Die hl. Anna war die Mutter von der Mutter Gottes.
In den Büchern des Neuen Testamentes finden wir keine Informationen von dem Leben der heiligen Anna, der Mutter von Maria und der Großmutter von Christus. Von ihrem Leben erfahren wir aus den apokryphen Schriften, und zwar aus dem Protoevangelium des Jakobus (Buch der Geburt Marias).
Der alten Überlieferung nach wurde die hl. Anna in Bethlehem geboren. Ihre Eltern – Stolanus und Emerentiana – stammten aus dem königlichen Geschlecht Davids. Sie waren fromm, gerecht und gottesfürchtig und taten den Armen Gutes. Anna erhielt von ihren Eltern eine sorgfältige Erziehung, vertieft durch den Dienst im Tempel zu Jerusalem. In ihrem 24. Lebensalter heiratete sie einen Grundbesitzer mit Namen Joachim, der auch aus dem königlichen Geschlecht Davids stammte und in einer wohlhabenden und ausgezeichneten Familie in Nazareth aufwuchs. Mit ihrem Mann zog Anna nach Nazareth. Beide waren glücklich miteinander, lebten fromm und gottesfürchtig. Ihr Vermögen teilten sie in drei Teile, den einen Teil opferten sie dem Tempel, den zweiten den Armen und Pilgern und den dritten behielten sie für sich selbst.
Trotzdem kam schweres Leid über sie, denn die Wiege, die sie kurz nach der Hochzeit angeschafft hatten, blieb leer. Es vergingen schon 20 Jahre, und immer noch hatten sie keine Kinder. In der jüdischen Kultur wurde die Kinderlosigkeit als Gottes Strafe und als Zeichen göttlicher Missgunst gedeutet. Jahr um Jahr verging und immer geringer wurde die Hoffnung, dass der Herzenswunsch der Beiden in Erfüllung gehe, trotz aller Almosen, aller Gebete, aller Wallfahrten und aller Tränen. Als einmal Joachim im Tempel zu Jerusalem opferte, wies der Hohepriester Joachim und seine Opfer zurück. „Du bist nicht würdig zu opfern, denn du hast keine Nachkommen in Israel”. Daraufhin verließ Joachim seine Frau und sein Zuhause, zog sich in die Wüste zurück, wo er 40 Tage lang fastete und Buße tat.
Anna wusste nicht, was mit Joachim geschah und weinte um ihn. Sie klagte umso bitterer, weil ihr sogar ihre Magd ihre Kinderlosigkeit vorgeworfen hatte.
Als sie einmal am Nachmittag im Garten war, schaute sie in den Himmel und sah ein Vogelnest auf dem Lorbeerbaum und flehte Gott an: „Herr, Allmächtiger Gott, alle Lebewesen hast du mit Nachkommen beschenkt, wilde Tiere und Tiere im Haushalt, Fische und Vögel, alle freuen sich über ihre Nachkommen, warum hast Du mir als der einzigen die Gunst deiner Gnade nicht zukommen lassen? Du weißt doch, dass ich am Anfang meiner Ehe versprochen habe, wenn Du mir einen Sohn oder eine Tochter schenkst, opfere ich sie Dir in Deinem Tempel”. Da trat ein Engel zu ihr und sagte:“Anna, Anna, erhört hat Gott dein Flehen, denn du sollst eine Tochter gebären, die gebenedeit sein wird im Himmel und auf Erden von nun an bis in die Ewigkeit.“
In derselben Zeit sah Joachim auch einen Engel, der ihn tröstete und sagte: „Gott erhörte dein Gebet und nahm deine Almosen an, du bekommst eine Tochter gibst du ihr den Namen Maria; diese Tochter wird von Kind an Gott ergeben und vom Heiligen Geist erfüllt sein”.
Joachim kehrte zu seiner Frau zurück, beide freuten sich auf das verheißene Kind. Am 8.September, in ihrem 45. Lebensjahr gebar Anna die Tochter, die am 15. Tag nach der jüdischen Sitte Maria genannt wurde. 80 Tage nach der Geburt Marias brachten sie ihre Eltern in den Tempel, um das vorgeschriebene Opfer zu legen und das Gelübde zu erfüllen. Im Alter von 14 Jahren wurde Maria die Frau von Joseph.
Den Überlieferungen nach starb Joachim bald. Anna wohnte zusammen mit der Tochter und ihrem Mann in Nazareth. Sie starb im Alter von 80 Jahren und wurde neben Joachim im Tal Josaphat begraben.
Der Kult der hl. Anna entwickelte sich im IV. Jh. im Osten im rozwinął się na Wschodzie. Das erste Kloster zu ihrer Ehre entstand im Westen im Jahre 701 in Floriac neben Rouen. Dort sollten die aus dem Osten gebrachten Reliquien der hl. Anna aufbewahrt werden. Gegenwärtig zeigt man in der Schatzkammer der St. Laurentius-Kathedrale die Reliquien des Armes der hl. Anna, aber es gibt erhebliche Einwände, wenn es um ihre Authentizität geht. Die Erinnerung an die hl. Anna wird am 26. Juli im Westen und am 25.Juli im Osten gefeiert.
Der Name Anna wird vom Hebräischen hanna, was „Gnade” bedeutet, abgeleitet.
Die hl. Anna ist Patronin von Florenz, Innsbruck, Neapel und Bretagne, der glücklichen Ehe, der glücklichen Kindheit, der glücklichen Geburt, der Mütter, Witwen, der Hausfrauen, Hausangestellten, Ammen, Arbeiterinnen, Bergleute , Weber, Schneider, Spitzenklöppler, Knechte, Krämer, Müller, Drechsler, Tischler, Goldschmiede, Schiffer, Seiler; wird gerufen in Gebeten um den Regen, um die Besserung des Wetters, um Wiederauffinden der verlorenen Sachen.
In der Ikonographie wird sie meistens zusammen mit der Maria Mutter Gottes als ein Mädchen oder als die sog. hl. Anna Selbdritt – mit der Mutter Gottes und dem kleinen Jesus dargestellt.